Am 31.7. wurde auf Arte Deutschland die Dokumentation "Die Schönheit in uns" von Christian Klinger und Daniela Krien über den Fotograf
Jock Sturges ausgestrahlt.
Die Dokumentation
ist war bis Freitag noch Online auf Arte+7 zu sehen:
Die Schönheit in uns - ARTE+7
(update: statt des nunmehr nicht mehr funktionieren Links auf Arte+7, hier ein kurzer Text und Trailer bei stern.de : Die nackte Schönheit )
Sie wird allerdings am 18.8. um 1:45 Uhr und am 21.8. um 5:00 Uhr erneut ausgestrahlt und ist dann möglicherweise erneut für eine Woche auf
Arte+7 zu finden. Die Dokumentation ist wirklich sehenswert und sicherlich informativ für jeden, der sich für die Kontroverse um Darstellungen von Kindern und Jugendlichen zwischen Schönheit, Erotik und Pornografievorwurf beschäftigt.
Einige Zitate aus dieser Dokumentation:
Im Jahre 1990 - Jock Sturges ist sein Jahren ein international renommierter Künstler - stürmt das FBI sein Haus in San Francisco und beschlagnahmt sein komplettes Werk, einen Computer und seine Kameras unter dem Vorwurf der Kinderpornografie, da viele seiner Modelle jünger als siebzehn sind.
Jock Sturges:
"Ich fotografiere nichts, was nicht existiert. Diese Menschen gibt es wirklich, Sie sind real. Ich kann nicht akzeptieren, das etwas in der Wirklichkeit existierendes etwas Verbotenes sein sollte. Denn was real ist, ist menschlich und gut."
Nach einer großen öffentlichen Debatte und einem jahrelangen Rechtsstreit, der ihn finanziell fast ruiniert, bekommt er das meiste zurück und wird rehabilitiert. In Europa ist der Blick auf sein Werk differenzierter, aber auch hier gibt es Probleme, wenn öffentliche Einrichtungen es ausstellen.
Jean-Christophe Ammann, Kunsthistoriker und Kurator:
"Wir haben diese Werke auch erworben für das Museum für moderne Kunst in Frankfurt Main. Es gab Anzeigen. Der Oberstaatsanwalt kam hierher mit seinem Team und ich habe für ihn und das Team eine Führung gemacht. Und diese Juristen - jüngere, ältere - waren bewegt. Und alle nahmen ein Plakat mit, das ich ihnen geschenkt habe.
Wir sind infiziert durch die Medien, sehen an jeder Straßenecke einen Kinderschänder und solches Zeug. Und können auch die Schönheit nicht mehr akzeptieren, weil wir sie in die Welt der Models abgeschoben haben.
Wir müssen uns wehren gegen gewisse stupide Ideologien, wie sie in Amerika entwickelt werden. Das ist dramatisch zum Teil und das hat auch die Künstler und die Kunst zum Teil kaputt gemacht.
Wir haben schon jetzt in unseren Landen eine politische Korrektheit ganz besonderer Art: Es gibt Globalisierungskünstler und es gibt Globalisierungskuratoren. Das heißt, die machen Ausstellungen, die überall gezeigt werden können. Das heißt, in Islamabad, in Kairo, in Bagdad oder Teheran..."
Vanessa Beverly-Whittemore, Modell von Jock Sturges:
"Manchmal ist mir Jocks Arbeit etwas zu süßlich. Es sieht einfach zu gut aus, um wahr zu sein. Diese schönen Menschen, dieser wundervolle Ort. Das kritisieren viele Leute. Sie sagen, es sieht zu gut aus, es ist zu schön. Daraus resultiert ein gewisses Misstrauen. Die Leute glauben nicht, dass es real ist. Sie denken, es müsse eine Form der Ausbeutung geben. Wenn man hier ist, merkt man, dass wir wirklich so leben. Es ist wunderschön hier, es ist eine sinnesfreudige Erfahrung. Man isst gut, man liebt die Menschen um sich herum und man achtet auf seinen Körper, wie sonst nirgends.
[...]
Am meisten spricht folgendes für seine Arbeit: Die Menschen, die er schon als Kinder fotografierte, und die er während der Zeit ihres Heranwachsens fotografierte, haben jetzt selbst Kinder. Und von diesen Kindern macht er jetzt Bilder. Und das ist wundervoll. Ich habe momentan keine Kinderpläne, doch es wäre wundervoll, wenn Jock eines Tages meine Kinder fotografieren würde."
DoBuc - 5. Aug, 14:21