Feminismus
Ich hatte einige Bemerkungen zu einem Artikel in der Emma gemacht, der diesen Gesetzentwurf (natürlich?) als lange überfällig begrüßte. Die kurze Diskussion, die sich daraus ergab, halte ich für durchaus erinnerungswert weil es, nach anfänglichen Schwierigkeiten, "im kleinen Rahmen" eben doch gelungen ist, einige der scheinbaren Widersprüche aufzuklären und zu entschärfen.
Daher also eine Leseempfehlung von mir: Donald und die Feministinnen (chronologisch sortiert). Das schwieriger zu lesende Original ist hier: Link)
super auf den Punkt gebracht!
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"Nun ja, wie schon gesagt, fehlen mir bisher überhaupt glaubwürdige Daten über Ausbeutung von Jugendlichen im Zusammenhang mit Prostitution oder Pornografie, die nicht schon durch Strafe bedroht oder andersartig verhindert wären. Ich müsste erstmal reale oder wenigstens realistische Beispiele kennen, die überhaupt einen Handlungsbedarf ergeben und dann könnte ich auch überhaupt erst anfangen, mich damit zu befassen und bin noch nicht mal fachlich."
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Herzlichen Glückwunsch, SO PRÄZISE hat bisher eigentlich noch niemand auf den zentralen Punkt gebracht, WAS an dieser Strafrechtsreform so absurd ist.
Es wurde gehandelt, wo kein Handlungsbedarf zu erkennen war. Keine Daten, keine Statistiken, keine belastbaren Zahlen zur wirklichen Ausbeutung von Jugendlichen, die KONKRET möglich war und - viel wichtiger - tatsächlich passiert ist durch vermeintliche Gesetzeslücken in den §§ 182, 184 StGB (oder zu lasche Anwendung bestehenden Rechts).
Es wurden Ängste geschürt mit dem Fantasie-Konstrukt des "Abgleitens in die Prostitution" und dem angeblichen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. Nirgendwo tauchten Erhebungen dazu auf. Nichts ließ vermuten, daß Jugendliche durch das Maß an sexueller Selbstbestimmung, was ihnen das deutsche StGB an die Hand gab, überfordert - oder sogar auf breiter Front gefährdet - waren.
Das gleiche Spiel haben wir doch im Moment wieder bei der Kinderpornografie- und Webfilter-Debatte. Diverse Politiker schreien nach Web-Filtern, um dieser vermeintlich überwältigenden Bedrohung unserer Gesellschaft Einhalt zu gebieten. Nur - Zahlen hat keiner bislang gebracht, die die gebetsmühlenartigen Thesen bekräftigen, die Opfer würden "immer jünger" und Kinderpornografie "immer brutaler" - und nähme drastisch zu. Alles übrigens Zitate/Behauptungen von Frau von der Leyen, für die sie bislang nicht eine einzige wissenschaftliche Statistik vorgelegt hat.
EDIT
...so, nun bin ich fertig :-)
EMMA auf holländisch
Siehe diesen Link:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/920774/
Zitat:
"Wider die Sexualisierung der Gesellschaft
Myrthe Hilkens: "Mc Sex – De Pornoficatie Van Onze Samenlevin", L.J. Veen Verlag, Amsterdam,
Von Kerstin Schweighöfer
Die Thesen der jungen Journalistin Myrthe Hilkens haben in den Niederlanden Wellen geschlagen. Ihr Buch "McSex - De Pornoficatie Van onze Samenleving", auf deutsch: "Die Pornofizierung unserer Gesellschaft" versteht sich als Gegenthese zu einer mediendominierten Welt, in der es immer weniger Privatheit und Intimsphäre gibt, aber immer mehr Sexualisierung und pornographische Zurschaustellung. "
und:
"In Amsterdam ist Sex für junge Mädchen ein ganz gewöhnliches Tausch-, Macht- und Zahlungsmittel geworden. Manche tun es für ein Handy, andere schon für einen Drink. In Discos und Clubs wird nicht mehr bloß getanzt, sondern auch Live-Sex auf der Bühne geboten. Und in Rotterdam kam es zu Gruppenvergewaltigungen, wobei sich weder Täter noch Opfer - die jüngsten gerade einmal 13 Jahre alt - überhaupt darüber bewusst waren, dass es um Vergewaltigung ging."
Vergewaltigungen, bei denen es sich wahrscheinlich eher um gemeinsame und einvernehmliche Sexspiele handelte...
und:
"Zwar ist das Buch auf den letzten Strecken ermüdend, verbissen zieht die Autorin gegen Porno und die Unterdrückung der Frau ins Feld. Kritik blieb nicht aus. Aber mit ihrer zähen Unermüdlichkeit ist es ihr und ihren Mitstreitern gelungen, eine gesellschaftliche Diskussion auszulösen: Ausgerechnet die in vielen Ländern als zu liberal verschrienen Niederländer debattieren über Moral und die Grenzen der sexuellen Freiheit. Die niederländische "EMMA" rief zu einer neuen sexuellen Revolution auf. Das Unterrichtsministerium lässt untersuchen, welche Rolle die Medien bei der Sexualisierung der Gesellschaft spielen. Und das Gesundheitsministerium will die Jugendlichen mit einer vier Millionen Euro teuren Kampagne wehrbarer machen und vor sexuellen Zwängen schützen."
Na, Herzlichen Glückwunsch zur Versenkung der (Sexuellen)Freiheit!
Caroline, Du weißt bestimmt mehr darüber?
LG
Es gibt keine niederländische EMMA.....
Es gibt viele feministische Zeitschriften, wovon die meisten immer noch pro-porn, bzw. neutral sind. Ausnahmen sind nur das Blatt der Frauenunion
( Christdemokraten ), sowie rechts-religiöse Blättchen.
Irgendeine dieser feministischen Zeitschriften, wahrscheinlich die Zijanzij, hatte so eine Schlagzeile: "Wir brauchen eine neue sexuelle Revolution", aber die war ganz anders gemeint, als die deutsche Journalistin ihn verstand.
Auf dem letzten Amsterdamer Pornofilmfestival, haben ja auch (liberale) Feministinnen ganz klar die sexuelle Repressionspolitik seit 2003 scharf kritisiert.
Es stimmt aber, daß das konservative Lager seit 2003 wächst und sich mittlerweile nicht nur aus dem religiösem Milieu rekrutiert. Aber an der riesigen Aufmerksamkeit die dieses Buch bekommt, könnt ihr ja schon sehen, daß diese Thesen für die NL neu und für die Frauenbewegung ungewöhnlich sind. Bücher dieser Art erscheinen ja täglich in D, danach kräht kein Hahn mehr.
Es gab im letzten Jahr mehrere Fälle, in denen 13-jährige Meisjes involviert waren, meist freiwillig, in zumindest einem Fall unfreiwillig, da stark alkoholisiert. Dies verurteile ich genauso wie Frau Hilkens, wenn es sich um den Fall handelt, aber das Problem ist hier eher der seit etwa 6 Jahren stark ansteigende Alkoholkonsum auch bei Mädchen.
Seltsamerweise genau seit dem Zeitpunkt, in dem der Gesetzgeber unter 16jährigen Sex verbietet.
Ich muß kein Genie sein, um nicht zumindest teilweise hierin eine Ursache dafür zu sehen.
Ich hätte aber auch mit einer holländischen EMMA keine Probleme, über kurz oder lang wird es sowas sicher auch hier geben. Mich zwingt ja niemand sie zu kaufen.
Ich überlege, ob ich mir dieses Buch überhaupt kaufen soll. Nachdem was ich so höre, hat die "Gegenseite" ( mal wieder ) kaum eine Chance für eine Gegenrede bekommen.
Wenn konservative Feministinnen fordern, wir wollen jetzt mal unsere Stimme gegen den "Pornographiewahn" erheben,
wir leben doch in einer Demokratie, ok, ist ihr gutes Recht.
Nur ist mir auf Veranstaltungen dieser Fraktion immer sehr schnell das Mikro ausgedreht worden. Sehr demokratisch ist dies nicht gerade. Man verbindet mit Demokratie so etwas wie die DDR. Also in allen Zeitungen derselbe Quark, auch wenn es x verschiedene Titel gibt. Wer dann ganz weit von der Staatsdoktrin abweicht, der steht vor Gericht, bzw. sitzt irgendwann im Gefängnis. Der neue §184er geht ja schon in diese Richtung.


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